Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds

Was ist ein geschlossener Fonds?

Geschlossene Fonds werden aufgelegt, um für Großprojekte (Immobilien, Medien, Schiffe oder Sachwerte) Kapital zu sammeln. Sie stehen ausschließlich Anlegern zur Verfügung, die größere Summen (je nach Fonds zwischen 2.500 und 25.000 Euro Mindestanlage) investieren können. Bei der Auflegung des Fonds werden die konkreten Investitionsziele sowie die Höhe des Kapitals, das durch den Verkauf der Fondsanteile erzielt werden soll, genau festgelegt. Sobald alle Anteile verkauft sind, wird der Fonds geschlossen. Die Laufzeit eines geschlossenen Fonds liegt in der Regel bei 10 – 20 Jahren. Eine Rückzahlung der Anteile erfolgt durch Auflösung des Fonds, z.B. durch Verkauf des Investmentobjektes. Eine vorherige Rückgabe der Fondsanteile ist nicht oder nur unter erheblichen Verlusten möglich.

Bei der Investition in geschlossene Fonds handelt es sich um einen unternehmerische Beteiligung mit entsprechenden Chancen und Risiken. Anleger profitieren vor allem von den hohen Verlustzuweisungen, die steuerlich geltend gemacht werden können. Außerdem wird das Kapital börsenunabhängig in Sachwerte investiert. Aufgrund des höheren Risikos sind geschlossene Fonds allerdings nur für sehr erfahrene Anleger und für Spitzenverdiener mit dem höchsten Steuersatz empfehlenswert.

Was bedeutet “ausschüttender” Fonds?

Bei der Ertragsverwendung unterscheidet man zwischen ausschüttenden und nicht ausschüttenden (den sogenannten „thesaurierenden“) Fonds. Bei thesaurierenden Fonds werden die Erträge des Fonds automatisch wieder angelegt, während sie bei ausschüttenden Fonds an die Anteilseigner ausgezahlt werden.

Für den Anleger kann es aus steuerlichen Gründen wichtig sein, zwischen einem thesaurierenden und einen ausschüttenden Fonds zu entscheiden, da er mit der richtigen Wahl sein zu versteuerndes Einkommen optimieren kann. So sind z.B. die Gewinne bei einem thesaurierten Fonds steuerfrei, wenn der Fonds mindestens 12 Monate im Depot gehalten wurde.

Einmalanlage oder Sparplan?

Die Anlage in einen Fonds ist nicht nur als Einmalanlage, sondern auch als wiederholte Anlage in Form eines Sparplanes möglich. Bei einem Sparplan werden in festgelegten Abschnitten (z.B. monatlich oder vierteljährlich) zu einem festen Betrag Fondsanteile erworben. Viele Fondsgesellschaften ermöglichen die Einrichtung eines Sparplanes schon ab einer Sparrate von 50 bzw. 100 Euro. Der große Vorteil für Sie als Investmentsparer liegt darin, dass Sie die Höhe Ihrer Sparplanrate jederzeit ändern können, eine oder mehrere Raten auslassen oder den Sparplan auch kurzfristig ganz kündigen können. Sie gehen keinerlei Verpflichtung ein und genießen höchstmögliche Flexibilität.

Mit der Entscheidung für einen Sparplan kommen Sie in den Genuss des so genannten “Cost Average Effekts”. Durch die gleich bleibende Sparrate verhandeln Sie sich nämlich automatisch ganz wie ein Börsenprofi antizyklisch: Bei hohen Kursen erwerben Sie relativ geringe Fondsanteile während Sie bei niedrigen Kursen viel Fondsanteil für Ihr Geld erhalten. Dadurch verringert sich der Kaufpreis pro Anteil im Gegensatz zu einem Kauf einer immer gleich bleibenden Zahl von Anteilen.

Was versteht man unter Cost-Average-Effekt?

Beim Cost-Average-Effekt macht man sich die Kursschwankungen, die vor allem Aktienfonds mit sich bringen, zunutze. Durch die gleich bleibende Sparrate verhandeln Sie sich nämlich automatisch ganz wie ein Börsenprofi antizyklisch: Bei fallenden Fondskursen erwerben Sie im Rahmen eines Sparplanes für einen gegebenen Geldbetrag eine höhere Anzahl von Anteilen, während bei steigenden Kursen die gegenteilige Wirkung eintritt.

Was bedeutet Ausgabepreis?

Der Ausgabepreis ist der aktuelle Preis, der für den Erwerb eines Anteils an einem Investmentfonds zu zahlen ist und ergibt sich aus dem Anteilswert (Rücknahmepreis) zuzüglich des Ausgabeaufschlags. Der Ausgabepreis wird in der Regel börsentäglich ermittelt.

Was ist der Rücknahmepreis?

Der Rücknahmepreis entspricht dem Anteilswert (evtl. abzüglich einer Rücknahmegebühr) und ist der Preis, der bei einem Verkauf von Fondsanteilen gezahlt wird. Der Rücknahmepreis liegt in der Regel unter dem am selben Tag errechneten Ausgabepreis.

Was versteht man unter Ausgabeaufschlag?

Der Ausgabeaufschlag fällt einmalig beim Kauf von Investmentanteilen an und ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Ausgabepreis beim Erwerb eines Fonds und dem Rücknahmepreis (Anteilswert) beim Verkauf des Fonds. Er wird in Form eines festen Prozentsatzes erhoben und dient der Deckung der Vertriebs- und Verwaltungskosten und variiert zwischen 0 und 7%.

Die Höhe des Ausgabeaufschlages ist unter anderem auch von der Art des Investmentfonds abhängig: Je komplizierter die Fondsstrategie ist, desto höhere Beratungs- und Analyseleistungen fallen an, desto höher fällt auch der Ausgabeaufschlag auf. Daher haben aktiv gemanagte Aktienfonds in der Regel relativ hohe Ausgabeaufschläge, während z.B. die Kosten bei den nur passiv gemanagten Indexfonds oder auch den einfacher zu verwaltenden Geldmarktfonds wesentlich niedriger sind.