Gebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung schützt Ihr neues Zuhause vor Beschädigungen und Zerstörungen aller Art und gehört damit zur Grundausstattung des Immobilienbesitzers. Sie wird wirksam bei Verlusten durch Feuer, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden.

Gebäudeversicherung

Was versteht man unter “Gebäude”?

Zunächst einmal ist natürlich das Gebäude selbst versichert sowie Nebengebäude und Garagen. Darüber hinaus stehen jedoch auch verschiedene Einbauten, wie Einbauschränke, fest verlegte Fußbodenbeläge, Klima- und Zentralheizungsanlagen, Sanitärinstallationen und elektrische Anlagen unter Versicherungsschutz. Zubehör, das der Instandhaltung oder der Wohnnutzung dient, gilt ebenfalls als mitversichert. Auch außen am Gebäude angebrachte Antennen, Markisen, Schilder, Überdachungen können in der Regel versichert werden.

Welche Risiken sind abgedeckt?

Die Wohngebäudeversicherung ist eine absolut unverzichtbare Basisversicherung für Hausbesitzer und deckt Schäden im Falle von

  • Feuer (Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz von bemannten Flugkörpern)
  • Leitungswasser
  • Sturm
  • Hagel

Neben der Regulierung dieser Schäden ersetzt die Versicherung auch entgangene Miete (bei vermieteten Objekten bzw. bei selbst genutztem Wohneigentum die zu zahlende Miete für eine Übergangswohnung für bis zu 12 Monate. Auch im Zusammenhang mit dem Schaden auftretende Aufräumungs- und Abbruchkosten werden erstattet.

Welche Risiken sind nicht abgedeckt?

Es gibt einige Risiken, die standardmäßig nicht versichert werden. Das sind im Einzelnen:

  • Schäden, die grob fahrlässig oder gar vorsätzlich herbeigeführt werden
  • Schäden durch Kernenergie
  • Schäden durch Kriegsereignisse, innere Unruhen oder Erdbeben
  • Brandschäden, die dadurch entstehen, dass Sachen bewusst Feuer oder Wärme ausgesetzt werden (z.B. ausgeglühter Heizkessel, Kaminbrand)
  • Schäden durch Erdrutsch oder Erdsenkungen, sofern sie nicht durch einen Leitungswasserschaden verursacht wurden
  • Schäden durch Grund- und Hochwasser, stehende und fließende Gewässer
  • Schäden durch Plansch- und Reinigungswasser
  • Schäden durch Sturmflut und Lawinen
  • Schäden durch Eindringen durch Regen, Hagel, Schnee oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß geschlossene oder undichte Türen, Fenster oder sonstige Öffnungen
  • Schäden vor Bezugsfertigkeit des Gebäudes oder wenn es aufgrund von Umbauarbeiten nicht mehr benutzbar ist

Bei den meisten der oben genannten Ausschlusskriterien ist es aber möglich, den Versicherungsschutz gegen einen Aufpreis zu erweitern.

Wovon hängt die Höhe der Versicherungsprämie ab?

Die Höhe Ihrer Versicherungsprämie hängt neben dem von Ihnen gewählten Leistungsumfang und dem aktuellen Wiederaufbauwert Ihres Gebäudes auch von der Bauweise der Immobilie ab. Am preiswertesten versichert sind Massivbauhäuser mit Hartdach. Häuser in Leichtbauweise, aus Holz oder mit Reetdach sind teuerer, da risikobehafteter. Je nach Region und den damit verbundenen Risiken durch Leitungswasserhärte und Sturmhäufigkeit kann der Beitrag ebenfalls variieren.

Bin ich gegen Hochwasser und Überschwemmung abgesichert?

Grundsätzlich besteht kein Versicherungsschutz für Überschwemmung. Sie haben jedoch die Möglichkeit, diese und andere Elementarschäden wie Rückstau, Erdbeben, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch durch einen Aufpreis ganz oder zumindest teilweise zusätzlich zu versichern.

Bitte beachten Sie jedoch, dass Versicherer aufgrund der Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre vorsichtig geworden sind. Die meisten Anbieter versichern nur Gebäude, die in den letzten Jahren frei von solchen Schäden waren, oder sie schließen bestimmte Postleitzahlengebiete von vornherein aus.

Was bedeutet “Unterversicherungsverzicht”?

Liegt die Versicherungssumme unter dem Wert des Gebäudes, spricht man von Unterversicherung. Im Falle einer Unterversicherung ist der Versicherer berechtigt, Schäden nur anteilig auszuzahlen. Unterversicherungsverzicht seitens des Versicherers bedeutet, dass im Falle eines Schadens die entstandenen Kosten voll, d.h. ohne Abzug bis zur Höhe der Versicherungssumme übernommen werden.

Wie kann ich die richtige Versicherungssumme ermitteln?

Zur Ermittlung der Versicherungssumme erkennen die Versicherer drei Methoden an:

  • Wertermittlung nach Größe und Ausstattung des Gebäudes Hier ist ein Fragebogen auszufüllen. Grundlage sind Lage und Wohnfläche des Gebäudes. Je nach Ausstattung werden Zu- oder Abschläge berechnet. Diese Methode sollten Sie unbedingt bevorzugen, das sie sowohl einfach als auch zuverlässig ist.
  • Wertschätzung durch einen Gutachter Diese Methode hat kaum Relevanz, da ein Gutachten immer darauf abzielt, den aktuellen Verkehrswert zu ermitteln. Für die Ermittlung der Versicherungssumme sind aber die aktuellen Baukosten wichtig. Nur für diese ein Gutachten zu beauftragen, wäre viel zu teuer.
  • Umrechnung des Gebäudeneuwertes Hier geben Sie den Baupreis des Hauses an. Der Versicherer rechnet diesen nach einem speziellen Verfahren auf heutige Verhältnisse um. Nachteil der Methode: Sie sind für die Höhe der Versicherungssumme verantwortlich, der Versicherer rechnet nur um. Wenn Sie z.B. Eigenleistungen oder Rabatte, die Sie vielleicht erhalten haben, nicht berücksichtigen, nennen Sie eine zu niedrige Versicherungssumme.

Wird die Versicherungssumme nach einer dieser Methoden entwickelt, gewährt der Versicherer Unterversicherungsverzicht, d.h. im Falle eines Schadens werden die Schäden ohne Abzüge ausgezahlt. Daher ist die Ermittlung der richtigen Versicherungssumme von grundlegender Bedeutung.

Was ist nach einem Schadensfall zu beachten?

Versuchen Sie, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Benachrichtigen Sie bei einem Brand sofort die Feuerwehr. Schließen Sie bei Leitungsschäden den Haupthahn. Verschließen Sie durch Sturm oder Hagel entstandene Öffnungen schnellstmöglich. Lassen Sie zugefrorene Rohre, Heizkörper usw. nur durch einen Fachmann auftauen. Informieren Sie unverzüglich Ihre Versicherung über den entstandenen Schaden. Heben Sie beschädigte Sachen als Beweismaterial auf und fotografieren Sie wenn möglich betroffene die von Schäden betroffenen Gebäudeteile. Geben Sie Ihrem Versicherer alle nötigen Informationen, um Ursache und Höhe des Schadens festzustellen.

Was bedeutet “Selbstbeteiligung”?

Beim Abschluss eines Versicherungsvertrages haben Sie die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Grundsätzlich gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto niedriger der Versicherungsbeitrag. Im Falle eines Schadens übernehmen Sie dann eine vereinbarte Summe – die Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt genannt) selbst. Wenn z.B. eine Selbstbeteiligung von 150 Euro vereinbart wurde, müssen Sie bei jedem Schadensfall bis 150 Euro selber bezahlen. Die Versicherungsgesellschaft übernimmt nur den Betrag, der über der vereinbarten Selbstbeteiligung liegt.

Was muss ich bei einer Modernisierung beachten?

Durch eine Modernisierung oder sonstige baulichen Maßnahmen kann sich der Wert des Gebäudes und damit die der Beitragsberechnung zugrunde liegende Versicherungssumme ändern. Wird die Versicherungssumme bei Bedarf nicht angepasst, kann es zur Unterversicherung kommen, auch wenn ein Unterversicherungsverzicht seitens Ihres Versicherers vorliegt. In diesem Fall haben Sie im Schadenfall keinen Anspruch auf volle Regulierung der Kosten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Versicherer über Umfang und Art der durchgeführten Maßnahmen umgehend informieren.

Welche Pflichten habe ich, wenn ich versichert bin?

Aus dem Versicherungsvertrag ergeben sich nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten für Sie:

  • Einhaltung der gesetzlichen und behördlichen Vorschriften (z.B. Bauvorschriften)
  • In der kalten Jahreszeit, sind Sie – auch im Urlaub – verpflichtet, für eine ausreichende Beheizung und Entleerung der Wasseranlagen zu sorgen, damit Rohre und Leitungen nicht einfrieren
  • Instandhaltung und rasche Beseitigung von Mängeln der versicherten Sachen
  • Ausreichende Kontrolle ungenutzter Gebäudeteile
  • Pünktliche Zahlung der Beiträge

Darüber hinaus haben Sie auch eine Informationspflicht. Sie sollten Ihren Versicherer über folgende Sachverhalte informieren:

  • Um- und Anbauten sowie Modernisierungsmaßnahmen (diese können auch einen Einfluss auf die Höhe der Versicherungssumme haben, wenn sie den Wert Ihres Hauses erhöhen)
  • Das Betreiben eines Gewerbes in Ihrem Haus oder in unmittelbarer Nachbarschaft
  • Das Gebäude oder einzelne Teile davon werden nicht mehr bewohnt und/oder es stehen Baumaßnahmen an. Möglicherweise ändert sich unter diesen Umständen Ihr Beitrag

Wenn Sie diesen Pflichten nicht nachkommen, kann Ihr Versicherer Ihnen Schadenzahlungen verweigern oder Ihnen sogar den Vertrag kündigen.

Was passiert mit meinem Vertrag, wenn ich mein Haus verkaufe?

Wenn Sie Ihr Haus verkaufen, geht der Vertrag automatisch auf den neuen Eigentümer über. Informieren Sie nach einem Verkauf umgehend Ihre Versicherungsgesellschaft und nennen Sie Ihr Name und Anschrift des Käufers.

Geht die Versicherung des Verkäufers auf mich über?

Ja. Die Versicherung des Vorbesitzers geht zunächst einmal automatisch auf Sie über. Sie haben jedoch ein außerordentliches Kündigungsrecht, welches Sie frühestens ab Grundbuchumschreibung, spätestens jedoch bis 1 Monat nach Grundbuchumschreibung wahrnehmen können. Sie können den Vertrag entweder fristlos oder aber zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Da der Versicherer Anspruch auf den vollen Jahresbeitrag hat, empfehlen wir Ihnen, nur zum Ende des Versicherungsjahres zu kündigen.

Unser Tipp: Auch wenn im Rahmen eines Hauskaufes bereits viel Bürokratie und Rechenarbeit ansteht, sollten Sie unbedingt prüfen, ob es sich lohnt, von Ihrem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. Die einzelnen Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich zum Teil erheblich in Preis und Leistung. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es früher keinen freien Wettbewerb bei den Wohngebäudeversicherungen gab sondern der Hauseigentümer automatisch bei der so genannten Feuerkasse versichert war, sind viele – vor allem ältere – Verträge überteuert.

Wie kann ich meinen bestehenden Vertrag kündigen?

Wenn Sie Ihren Versicherungsvertrag ordentlich kündigen möchten, muss die Kündigung Ihrem Versicherer spätestens 3 Monate vor Vertragsablauf vorliegen. Ansonsten verlängert sich der Vertrag jeweils um ein Jahr.

Sobald ein Schaden eingetreten ist, kommen Sie in den Genuss eines außerordentlichen Kündigungsrechts. Nach Regulierung des Schadens können Sie den Vertrag innerhalb eines Monats entweder fristlos oder aber zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Da der Versicherer Anspruch auf die volle Jahresprämie hat, empfehlen wir Ihnen, nur zum Ende des Versicherungsjahres zu kündigen.

Wenn Sie ein Haus gekauft haben, geht die Wohngebäudeversicherung des Verkäufers zunächst automatisch auf Sie über. Sie haben jedoch ein außerordentliches Sonderkündigungsrecht, welches Sie frühestens ab Grundbuchumschreibung, spätestens aber einen Monat nach Grundbuchumschreibung wahrnehmen können. Auch hier empfehlen wir Ihnen, nicht fristlos sondern erst zum Ende des Versicherungsjahres zu kündigen, da der Versicherungsgesellschaft auf jeden Fall die volle Jahresprämie zusteht.