Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente reicht zur Erhaltung des bisherigen Lebenstandards nicht mehr aus. Die private Rentenversicherung trifft Vorsorge für finanzielle Sorgen im Ruhestand.

Rentenversicherung

Was leistet eine private Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung dient als private Altersvorsorge und ist eine sinnvolle Ergänzung zu der immer geringer ausfallenden Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Die private Rentenversicherung zahlt zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt lebenslang eine monatliche Rente aus. Alternativ kann auch die Auszahlung eines einmaligen Kapitalbetrags vereinbart werden.

Die Versicherung endet grundsätzlich mit dem Tod der versicherten Person, es besteht aber die Möglichkeit, im Rahmen einer Rentengarantiezeit eine Beitragsrückerstattung zu vereinbaren. Stirbt der Versicherungsnehmer während der Rentengarantiezeit, werden die Beträge für die Dauer der vereinbarten Zeit (zwischen 5 bis zu 20 Jahren) auf die im Vertrag festgelegten Begünstigten ausgezahlt. Aufgrund dieser nur eingeschränkten Todesfallabsicherung wird in der privaten Rentenversicherung nicht nach dem Gesundheitszustand der versicherten Person gefragt. Außerdem sind die Renditen bei der privaten Rentenversicherung in der Regel attraktiver als bei der reinen Kapitallebensversicherung.

Wann wird die Versicherung ausgezahlt?

Beim Abschluss des Vertrages bestimmen Sie die Dauer der sogenannten „Aufschubzeit“. Dabei geben Sie an, in wie vielen Jahren mit den Zahlungen der monatlichen Rente zur Altersvorsorge begonnen werden soll. Sind Sie z.B. zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses 35 und legen Sie eine Aufschubzeit von 30 Jahren fest, starten Ihre Rentenzahlungen, wenn Sie 65 Jahre alt sind.

Was versteht man unter Überschussbeteiligung?

Die ausgezahlte Rente setzt sich aus einer garantierten Verzinsung sowie einem Überschussanteil zusammen. Konkret bedeutet das: Ein Teil der Rente wird Ihnen bereits bei Vertragsabschluss fest garantiert. Dieser gesetzlich festgelegte Garantiezins beträgt derzeit 2,75%. Der restliche Teil besteht aus Überschüssen, die die Versicherungsgesellschaft durch Anlage des Kapitals erwirtschaften konnte und die in der Bilanz ausgewiesen werden. Die Höhe des Überschussanteils, auch Gewinnbeteiligung genannt, kann zum Abschluss des Versicherungsvertrages lediglich auf Basis der bisherigen Daten geschätzt werden.

Was bedeutet Mindestlaufzeit bzw. Rentengarantiezeit?

Es besteht die Möglichkeit, im Versicherungsvertrag eine Mindestlaufzeit, die sogenannte Rentengarantiezeit zu vereinbaren. Damit können Sie für den Fall Ihres frühzeitigen Ablebens vorsorgen. Als Rentengarantiezeit kann in der Regel ein Zeitraum zwischen 5 und bis zu 20 Jahren gewählt werden.

Was ist eine dynamische Rente?

Die dynamische Rente ist eine Auszahlungsvariante, bei der die Rente mit einer stetigen Steigerung ausgezahlt wird. Die Höhe der jährlichen Steigerung hängt von den Überschüssen ab, die die Versicherungsgesellschaft erwirtschaftet hat. Im Vergleich dazu bleibt die Rentenhöhe bei der konstanten Rente über den gesamten Zeitablauf gleich. Dies hat den Nachteil, dass die Rente nicht an die Inflation angepasst wird. Damit sinkt de facto der Wert der Rente mit zunehmendem Alter.

Die dynamische Rente lohnt sich vor allem für Rentner, die mit einer eher hohen Lebenserwartung rechnen, während die konstante Rente bei einer geringen Lebenserwartung günstiger ist.

Was bedeutet Kapitalwahlrecht?

Kapitalwahlrecht bedeutet, dass Sie sich am Ende der Sparphase entscheiden können, ob Sie anstelle einer lebenslangen monatlichen Rente lieber eine einmalige Kapitalauszahlung wünschen. Bitte beachten Sie jedoch, dass Kapitalauszahlungen ab dem 01.01.2005 grundsätzlich steuerpflichtig sind und nach den gegenwärtigen Bestimmungen der Rentenreform nicht gefördert werden.

Was geschieht, wenn ich Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Die Kündigung Ihrer Rentenversicherung wäre im Falle eines finanziellen Engpasses die schlechteste Alternative, da Sie – vor allem in den ersten Jahren – zum Teil mit erheblichen Verlusten rechnen müssen.

Anstelle dessen haben Sie je nach Versicherungsgesellschaft verschiedene andere Möglichkeiten bei langfristigen Zahlungsschwierigkeiten:

  • Herabsetzung der Versicherungssumme
    Wird die Versicherungssumme durch eine Teilkündigung herabgesetzt, verringern sich auch die Beiträge.
  • Beitragsfreistellung
    Wird eine Versicherung beitragsfrei gestellt, bildet die Versicherungsgesellschaft aus dem vorhandenen Rückkaufswert eine (ermäßigte) Versicherungssumme. Bis zum vereinbarten Vertragsablauf sind dann keine Beiträge mehr zu zahlen.

Beide Varianten verringern jedoch Ihren Versicherungsschutz. Daher sind sie wirklich nur bei langfristigen Zahlungsschwierigkeiten empfehlenswert. Bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen empfehlen wir Ihnen, das Gespräch mit Ihrer Versicherungsgesellschaft zu suchen. Die meisten Versicherer bieten von der Stundung der Beiträge bis hin zur Änderung der Beitragszahlweise verschiedene Möglichkeiten, um Ihren finanziellen Engpass zu überbrücken.